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Vergeltung
»Welchen Wunsch? Kann Old Shatterhand wirklich diese Frage aussprechen? Es giebt nur einen Wunsch, den ich haben kann - die Freiheit!«
»Das glaube ich dir. Ich hatte ihn auch, als ich dein Gefangener war.«
»Du hast sie erlangt. Wann werde ich sie bekommen? Noch heute?«
»Noch heute?« fragte ich erstaunt. »Du hast geschlafen und träumst wohl noch!«
»Ich träume nicht. Nur zehn Krieger wachen außer dir. Wehrt es dir jemand, meine Fesseln zu zerschneiden? Thue es, so springe ich aufs nächste Pferd, galoppiere davon und bin verschwunden, ehe es einem einfällt, mir zu folgen.«
Das war ein grandioses Verlangen, eine Zumutung, über welche ein anderer vor Bewunderung oder auch Zorn hätte außer sich geraten können; mir aber kam es so komisch vor, daß ich in ein so lautes Gelächter ausbrach, daß mehrere Schläfer erwachten und alle Posten zu mir herblickten.
»Was lachst du so?« sagte er zornig. »Glaubst du, ich treibe Scherz?«
»Das möchte ich allerdings annehmen. Jetzt, am hellen Tage, wo alle sehen würden, daß ich es bin, soll ich dich befreien?«
»Was schadet es dir? Kein Mensch würde es wagen, dich dafür zu bestrafen. Du hast es mir versprochen!«
»Ich versprach, dich und deine Krieger zu befreien, nicht dich allein. Du wirst nur mit ihnen freikommen.«
»So schaff so schnell wie möglich die Gelegenheit dazu! Du bist es uns schuldig, dein Versprechen zu halten.«
»Gewiß! Aber wie steht es denn mit dem deinigen?«
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