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Satan und Ischariot I

Satan und Ischariot I
In der Sonora
Ein Teufelsstreich
Winnetou
Vergeltung
Der Player
Der Gefahr entgegen
 
 

Winnetou 

Als sie mich erblickten, stutzten sie; da sie aber keinen andern erscheinen sahen, so ritten sie weiter; einen einzelnen Reiter brauchten sie nicht zu scheuen. Ich stellte mich so, als ob ich sie noch nicht sähe, hielt aber den Stutzen quer über den Sattel gelegt, um ihn mit einem Griffe in Anschlag zu haben. Dabei war ich überzeugt, daß sie mich nicht, wenigstens nicht sofort erkennen würden, denn sie hatten mich in dem jetzigen, mich sehr verändernden Anzuge noch nicht gesehen und außerdem hielt ich die Zipfel der bunten mexikanischen Gargantille wie ein gegen die Sonne schützendes Halstuch so über Kinn und Bart geschlagen, daß, da der breitrandige Sombrero bis auf die Augen niederging, von meinem Gesichte eigentlich nur die Nase deutlich zu sehen war.
 
Jetzt waren sie mir so nahe gekommen, daß ich unbedingt nicht nur sie sehen, sondern auch die Schritte ihrer Pferde hören mußte. Ich richtete mich also auf, that, als ob ich sie jetzt erst erblickte, und hielt mein Pferd an, welches sie auch nicht kannten. Sie parierten die ihrigen vielleicht zehn oder zwölf Schritte vor mir; es waren drei von meinen letzten fünf Wächtern. Der eine redete mich in dem gebräuchlichen Mischmasch an:
 
»Wo kommst du her?«
 
»Von der Hazienda del Arroyo,« antwortete ich mit verstellter Stimme, was mir nicht schwer wurde, da das Tuch auch meinen Mund halb verdeckte.
 
»Und wo willst du hin?«
 
»Zum >großen Munde<, dem Häuptling der tapfern Yumas.«
 
»Wie hast du die Hazienda gefunden?«
 
»Sie ist zerstört, vollständig vernichtet.«
 
»Von wem?«
 
»Von den Yumas.«
 
 
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