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Winnetou
»Warum will mein Bruder die Pferde ganz frei geben? Wir müssen doch, wenn die Yumas kommen, schnell aufsitzen!«
Um den Mund Winnetous zuckte der mir so wohlbekannte Zug von Ueberlegenheit, als er im freundlichsten Tone antwortete:
»Meint mein Bruder, daß die Yumas kommen werden?«
»Ja, denn Old Shatterhand hat es gesagt.«
»Kommen werden sie wohl, aber nicht bis hierher. Sie werden, sobald sie unsere Spuren sehen, umkehren, doch nur zum Scheine. Sobald sie im Osten verschwunden sind, werden sie in einem Bogen wenden, um den Wald zu umreiten und uns von Westen her in den Rücken zu kommen. Wir haben sie also jetzt noch lange nicht zu erwarten und können den Pferden die Freiheit gönnen.«
»Ist auch Old Shatterhand dieser Meinung?« fragte mich der »starke Büffel«.
»Ja,« antwortete ich. »Mein Bruder Winnetou hat meine Gedanken erraten.«
»Aber wenn sie dennoch herankommen bis hierher!«
»So wären sie verloren; darum werden sie sich hüten, es zu thun.«
Als er mich ungläubig anblickte, fuhr ich fort:
»Meinst du, daß die Yumas die Stelle, an welcher ich euch traf, nicht sehen werden?«
»Sie sind nicht blind und werden sie also sehen; aber sie werden nicht wissen, wer wir sind und wie groß unsere Anzahl ist.«
»Du irrst. Sie sehen aus meiner Spur, daß ich freiwillig zu euch gestoßen bin und ihr also Freunde von mir sein müßt. Sie wissen, daß dein Sohn bei mir ist, und können also wohl erraten, wer ihr seid.«
»Aber unsere Zahl!«
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